Hörbeeinträchtigung

Zweihundert


Neulich hat mir WordPress erzählt, das ich schon 200 Blogbeiträge in „Ich bin Schwerhörig, na und?“ veröffentlicht habe. Einen richtigen Meilenstein, die unerwartet schnell gekommen ist und möchte mich an dieser Stelle bei meiner Leserinnen und meinen Lesern ganz herzlich für Ihren Interesse bedanken!

Dieser Hinweis bedeutet für mich aber auch das es jetzt an der Zeit ist ein wenig zu Reflektieren.

Schon seit etwa 3,5 Jahren schreibe ich nun über die Hörbeeinträchtigung im Alltag. Im Laufe der Zeit ist die Webseite erwachsen geworden, nicht nur äusserlich sondern auch inhaltlich. Spezifische Themen sind von einem neuen Team aufgenommen worden und hatten bisher einen sehr guten Empfang.
Die Rubrik «Erfahrungsgemäss», in dem andere hörbeeinträchtigte Menschen oder Fachpersonen die mit hörbeeinträchtige Menschen arbeiten über ihre Erfahrungen erzählen, hatte leider bisher weniger Anklang.
Die erhaltene Rückmeldungen zeigen, dass viele hörbeeinträchtigte Leserinnen und Leser sich aber in den meisten Themen erkennen und diese auch schätzen.
Auch die beiden Bücher mit den ersten 100 Blogbeiträgen werden noch verkauft. Die Facebookseite von «Ich bin Schwerhörig, na und?» wird gut besucht und in dem gekoppelten Facebookgruppe finden regelmässig Diskussionen statt.
Seit einem Jahr habe ich einen eigenen Kolumne in Spektrum Hören, einem Magazin für Hörbeeinträchtigte Menschen.
Und in diesem Jahr steht ausserdem noch eine Lesung in Wien auf dem Programm.

Die Frage ist nun, habe ich damit auch mein Anfangsziel erreicht? Mein Anfangsziel war – und ist immer noch – mich nicht darüber zu beschweren, wie schlecht „wir“ Hörbeeeinträchtigten es wohl haben, sondern zu zeigen, dass „wir“ nicht Opfer unserer Beeinträchtigung sind.
Ebenso hoffte ich, durch öffentlich über das Thema Hörbeeinträchtigung im Alltag zu schreiben und erzählen, dass dieses Thema nicht nur für die hörbeeinträchtigte Menschen viel Erkennung, mehr Offenheit und mehr Akzeptanz bringen würde, sondern auch eine Brücke schlagen könnte zu ihrem hörenden Umfeld.

So wie ich es nach 3 Jahren schreiben einschätzen kann, hat sich dieses Ziel heute zum grössten Teil bewehrt. Nur die Brücke zum hörenden Umfeld ist noch nicht fertig. Mein Blog und Kolumne werden überwiegend noch von hörbeeinträchtigten Menschen gelesen und die Vorlesungen von hörbeeinträchtigten Menschen besucht. Das ist natürlich wunderbar und wünschenswert, aber im hörenden Umfeld braucht es also noch etwas Arbeit, oder vielleicht sogar einen besseren «Architekten», damit es auch im hörenden Umfeld zu mehr Verständnis und Akzeptanz kommen kann.

Das heisst für mich, dass ich vorläufig noch nicht fertig bin mit meinem Blog, Facebookseite/-gruppe, Kolumne und Vorlesungen. Das Thema «Hörbeeinträchtigung im Alltag» braucht weiterhin noch mehr Öffentlichkeit. Und daran werde ich auch in der nächsten Zeit fleissig weiterarbeiten und hoffe dabei auf Ihrer Unterstützung. Schliesslich bin ich für Sie da, und nicht umgekehrt. Haben Sie Anregungen, Themen, Wünschen, Ideen oder Vorschläge? Dann möchte ich Sie bitten es mir zu melden und … erzählen Sie es offen weiter!

Herzlichst, Ihre Renee Iseli – Smits

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Hörbeeinträchtigung, Hyperakusis, Tinnitus

„Marga hört zu viel!“


Hyperakusis, Überempfindlichkeit gegen Lärm, ist allgemein weniger bekannt als Tinnitus, aber es gibt viele Menschen, die mehr oder weniger stark darunter leiden.

In diesem Rubrik «Marga hört zu viel!»  schreibt Marga van Hintum regelmässig über ihre Erfahrungen mit Hyperacusis.

APK für einen Hyperakustiker
Vor mehr als 3 Jahren habe ich die Therapie für Tinnitus und Hyperakusis* am Erasmus MC in Rotterdam verfolgt. Eine Intensivtherapie. Teils in der Gruppe, teils einzeln. Zunächst gab es einen Kurstag in einer Gruppe. Wir bekamen viele Informationen und eine Mappe voller Ratschläge und Tipps ging damit nach Hause. Ein anstrengender Tag, wegen der Gruppenstruktur. Und der Kurstag fand in einem klimatisierten Raum statt. Zwei Faktoren, die für die Hyperakustik nicht besonders günstig sind. In den folgenden Monaten hatte ich eine Reihe von Einzelgesprächen.

Dein Auto fährt ab und zu in die Garage, für den Autoinspektion, das Apk. Das ist es, was die Staatliche Straßenverkehrsbehörden tun müssen. Nach 3 Jahren dachte ich, es wäre Zeit für ein Apk. Also wandte ich mich an das Tinnitus-Team, Audiologieabteilung der HNO-Poli. Ein voller Mund. Ich durfte zu einem Folgetermin kommen.

Anmelde-Säule
Und so gingen mein Liebster und ich in den brandneuen Teil vom Erasmus MC (Medisches Zentrum) in Rotterdam. Die Poli’s hatten sich kurz danach bewegt. Alles war brandneu. Vom Parkhaus aus betraten wir eine riesige Halle. Mit viel einfallendem Tageslicht. Und mit Anmelde-Säulen. Wo kein Mensch mehr beteiligt ist. Man muss ein Personalausweis eingeben. Und der Computer erkennt, wo man sein muss, wofür man da sein muss und zu welchem Zeitpunkt. Und mit all diesen Informationen auf einem frisch gedruckten Blatt Papier kann man dann weitergehen. Und weitergehen. Es sieht aus wie Schiphol (Niederländischer Lufthafen, R.I), aber ohne Laufband. Mann, was für ein Abstand. Aber wir, mit unseren trainierten Beinen, hatten es nicht schwer, das zu laufen! Wir bewunderten den schönen Boden entlang des Weges, staunten über das Tageslicht, das eintrat und die Besichtigung und so weiter in Richtung HNO-Abteilung.
Und in der HNO-Audiologie gibt es eine weitere Registrierungssäule. Wo wieder kein Mensch mehr gebraucht wird. Das nennt man Zukunft! Der Computer übernimmt. Dies ist billiger als ein Mitarbeiter, der in den Urlaub fahren möchte, einen dreizehnten Monat und Rücksprache mit dem Manager. Wenn der Computer dér Weg wäre, die Gesundheitskosten in akzeptablen Grenzen zu halten. Alléz. Aber der Manager wird es trotzdem schaffen. Sie kann nicht durch einen Roboter ersetzt werden.

Noch keine neuen Entwicklungen
Und wenn das APK einmal gestartet ist, wird es separat ausgewertet, zurückgeschaut, zusammengefasst, abgeschlossen und vorausgeschaut.
Die Wissenschaft, insbesondere bei Hyperakusis, hat es immer noch schwer. Der Ansatz Hyperakusis gegenüber hat sich im gegensatz zum Tinnitus in mancherlei Hinsicht verändert. Aber es gibt sicherlich noch keine neue Sichtweise. Es gibt, gerade bei der Hyperakusis, keine wirklich neuen Entwicklungen. Die Therapie in ihrer jetzigen Form wird letztlich keine Garantie geben können. Nicht jedem wird vollständig geholfen. Aber vielleicht, in ferner Zukunft?
Ich habe die Therapie als nützlich erfahren, besonders bei Tinnitus. Was die Hyperakusis betrifft, so hat die Therapie dort leider nicht viel Wirkung gezeigt. Ich fand es sicherlich nützlich, zurückzublicken. Und um nach vorne zu schauen.
Ein paar Stunden später konnte ich wieder gehen. Mit einem zugelassenen APK, für mehrere Jahre. Ich komme vielleicht wieder, wenn ich es für notwendig halte. Es sei nicht notwendig. Der Staatliche Straßenverkehrsbehörde wird Ihnen so was nicht so leicht sagen ………..

* Hyperakusis, wörtlich „Ich höre zu viel“, ist ein Zustand, in dem man für gewöhnliche Alltagsgeräusche überempfindlich ist. „Die Lautstärkeregelung von Umgebungsgeräuschen ist für eine Person mit Hyperakusis dauerhaft zu hoch eingestellt.“Für mich sind die höheren Frequenzen besonders ärgerlich und verletzen meinen Kopf.

Hyperakusis tritt in vielen Formen auf. Und oft auch in Kombination mit Tinnitus, so wie bei mir.


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Hörbeeinträchtigung

Die Testphase in der nächste Phase


Liebe Leserinnen und Leser, wie schon in meinem letzten Beitrag angekündigt, werde ich jetzt mal berichten über den weiteren Verlauf der Testphase meiner neuen Hörgeräten.

Während meiner Aufenthalt bei meiner Mutter in den Niederlanden habe ich ausführlich die neue Hörgeräte testen können.
Erster Test war ein schönes und gemütliches Essen mit den Nachbarn meiner Mutter. Dabei habe ich wirklich gemerkt das ich die Gespräche, trotz Hintergrundgeräusche tatsächlich etwas besser verstehen konnte.

Bildquelle:Foto Autorin

Am nächsten Tag gab es gleich auch den nächsten Test: im nahegelegen Gemeinschaftsraum wurde der niederländischen Sinterklaas (Samichlaus oder St. Nikolaus) mit seinen Pieten von einer grossen Gruppe Senioren herzlich empfangen. Keine Seniorin, aber schon 50+, durfte ich meine Mutter dabei begleiten. Obwohl der Akustik weniger ausreichte und das Mikrofon nicht immer richtig funktionierte, war es für mich immerhin möglich das meiste gut zu folgen.
Als dann einen Musik Bingo anfing, mit kurze Musikstücke aus den 60er Jahren, die Qualität der Musik aber zu wünschen übrig blieb, hatte ich so meine Bedenken, aber eigentlich lief alles ziemlich gut. Und am Schluss, mit Hilfe meiner beiden Nachbarinnen, hatte ich noch Bingo auch!

Und dann ging es weiter mit dem Testen. Sinterklaas kam auch noch wo anders vorbei, trug ein langes Gedicht vor und ich habe alles relativ gut mitgekriegt.
Später an diesem Tag sind meine Mutter und ich zu einem grossen Einkaufszentrum gegangen und haben dort ein bisschen herumgestöbert, und von den Kaffee mit Kuchen genossen. Da meine Mutter nicht mehr so gut und lange gehen kann, hatte ich ihren Rollstuhl mitgebracht. Da die Kommunikation zwischen mir und meiner Mutter schwieriger wurde, weil ich natürlich hinter der Rollstuhl gegangen bin, habe ich meine Mutter der Rogerpen umgehängt und so konnten wir uns prima unterhalten!

Natürlich war die Test an beiden Flughäfen ebenso herausfordernd. Der Lärm, die viele, meist unverständliche Meldungen … Aber auch mit den neuen Hörgeräten habe ich diese Herausforderung gemeistert.

Wieder auf Schweizer Boden gelandet, ging es ein paar Tage später zum Akustiker. Dort habe ich natürlich auch ausführlich von meinen Erfahrungen berichtet. Und dann habe ich das zweite Paar Hörgeräte zum Testen erhalten. Diese neue Hörgeräte sind von der gleichen Marke, und der gleichen Typ aber in den 3 Qualitätsstufen die es gibt die niedrigste Stufe, wo die erste Hörgeräte die ich getestet habe die höchste Stufe hatten.
Der Computer sei dank, konnten alle Einstellungen sehr einfach auf den neuen Hörgeräten übertragen worden und voilà, ich konnte weiter testen.

ImAltersheim wo ich freiwillige Mitarbeiterin bin, haben die Aktivierungsfachfrau und ich letzte Woche eine kleine und gemütliche Adventsfeier veranstaltet. Wir haben mit den anwesenden Bewohnern Punsch getrunken, Adventslieder gesungen, Adventsgedichte und -geschichte (vor)gelesen und sogar einen Adventskreuzrätsel gelöst. Überraschungsweise gestatte Samichlaus uns einen kurzen, verspäteten Besuch ab und der musste natürlich zugesungen werden.

 Meine Hörgeräte haben diesen Test zwar gut überstanden, aber ich habe schon etwas unterschied mit den vorherigen Hörgeräte bemerkt. Das Verstehen in einer Gruppe war weniger ausgesprochen als bei den ersten Hörgeräte der höchsten Stufe und die Unterdrückung der Nebengeräusche war bei den ersten Hörgeräte auch besser.

Zum Glück habe ich noch bis über die Feiertage die Zeit zum Weitertesten bis ich eine Entscheidung treffen muss!

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Akustiker, Auditive Herausforderung, Hörbeeinträchtigung

Die Testphase läuft


Die letzte Woche war ich nicht nur vollbeschäftigt, die Woche stand vor allem auch im Rahmen der Testphase meinen Hörgeräten. Abgesehen von einigen kleineren negativen Erfahrungen gibt es fast nichts anderes als positives zu berichten.

Diese Woche wurde nochmal bestätigt, dass ich mit den neuen Hörgeräten eindeutig mehr höre und sogar ein wenig besser verstehe. Manchmal höre ich deutlich einen Geräusch, was ich zuvor nicht oder nicht so bewusst gehört habe. Meinem Mann habe ich mittlerweile so «trainiert», das er mir das Geräusch erklärt wenn ich es ihm frage oder ihm fragend angucke.

Sogar mit den Handy telefonieren oder skypen macht wieder ein bisschen Spass, weil ich die Gespräche über Bluetooth direkt im Hörgerät eindeutig besser verstehe.
Morgen erhalte ich die Zusatzgeräte für das Festtelefon, PC und Fernsehen und dann bin ich mal gespannt ob die Erfahrungen genau so gut sind.

 Es gibt auch noch ein paar Sachen, die angepasst werden müssen. So sind für mich die hohe Töne etwas zu stark (obwohl ich das für das Sprachverstehen brauche) und kommen relativ schnell an meiner Schmerzgrenze. Aber das ist eine Anpassungssache.
Was merkwürdiger ist, sind die Summ/Brumm-Töne die ich in bestimmte Situationen höre, zum Beispiel in der Nähe eines Bahnhofes. Ich vermute das hat zu tun mit elektronischer Atmosphäre, aber ich werde das Morgen mit meiner Akustikerin abklären.

Höhepunkt der Testphase und absoluter Höhepunkt der vergangenen Woche, ja, so nicht der vergangenen 20 Jahren … war mein Musikerlebnis. Über Bluetooth habe ich von meinem Handy mir bekannte Musik gehört. Beim Hören schossen mir gar die Tränen in den Augen: so detailliert und klar habe ich sehr, sehr lange keinen Musik mehr gehört. Es ist vor allem für gut hörenden Menschen sehr schwer zu beschreiben, aber ich wage es trotzdem. Die meisten Menschen kennen schon der Song „Bohemian Rapsody“ von Queen. In dem Song gibt es einen mehrstimmigen Teil, wo die Stimmen von Links nach Rechts gehen. Zum ersten mal seit sehr Langem, hörte ich die Stimmen richtig vom linken zum rechten Hörgerät gehen. Auch hörte ich die Details im Klatschen des Publikums (es war eine Live-Aufnahme), statt „nur“ Klatschen. Auch verschiedene Nebengeräusche und Details der Instrumente waren für mich jetzt klar zu hören. Kurz gesagt, es war eine richtige Musikerlebnis.

Und das, meine liebe Leserinnen und Leser, hat mir das Vergnügen an der Musik wieder zurück gegeben. Wie ich hier schon früher mal erwähnt habe, war das Hören von Musik ein grosser Teil meines Lebens. Ich habe immer sehr gerne Musik gehört. Aber, mit der Steigerung meines Hörverlusts, brachte mir Musik stets weniger Spass. Sogar so sehr, dass ich mich immer weniger darum kümmerte, Musik zu hören.
Jetzt wo Musik hören wieder geniessbar geworden ist, kehrt das Vergnügen an Musik auch wieder zurück.
Und das ist für mich ein sehr grosser Pluspunkt.

Die nächste zwei Wochen bin ich wieder mal in den Niederlanden, aber danach gibt es bestimmt wieder viel zu erzählen und werde ich weiter über die Testphase berichten.

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Akustiker, Auditive Herausforderung, Hörbeeinträchtigung, Restaurants, Tinnitus

Neue Hörgeräte


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Liebe Leserinnen und Leser, nach 7 treuen Jahren habe ich meine Hörgeräte pensioniert. Sie bleiben noch da als Ersatzgeräte, aber in die 7 vergangene Jahre habe ich meine vorherige Ersatzgeräte kaum gebraucht.
Jawohl, endlich war es dann so weit. Natürlich hatte ich meinem Besuch an meinem Akustiker gut vorbereitet. Ich hatte mich in die verschiedene Geräte «meiner» Marke vertieft, weil für mich klar war das ich am Liebsten die gleiche Marke behalten möchte. Auch meinen Fragen, Wünschen und Bedürfnisse hatte ich aufgeschrieben und zum Akustiker mitgenommen. Auch meine Akustikerin hatte sich vorbereitet und nach einem ausführlichen Gespräch bekam ich dann direkt neue Hörgeräte zum Testen.
Und was für einen grossen Unterschied … Obwohl von der gleichen Marke als meinen nun pensionierten Hörgeräte, hat sich der Technik in den 7 Jahren so geändert, dass die neue Hörgeräte eine Offenbarung sind. Nicht nur höre ich mehr, vor allem die höhere Töne, sondern verstehen tue ich auch mehr. Und das ist nicht nur mir, sondern sogar meinen Mann aufgefallen…
Alles tönt viel klarer, als ob ein Nebel sich gelöst oder einen Wand frisch und neu gemalt worden ist.

Als meine Schwiegereltern uns dieses Wochenende besucht haben und wir in einem Restaurant essen gegangen sind, habe ich tatsächlich mehr von den Gesprächen verstanden. Klar, nachher war ich immer noch extrem Müde, aber das wird sich auch nie ändern, so wie ich nie gut hörend werde, aber das etwas bessere Verstehen ist schon ein grosser Gewinn.

Die neue Hörgeräte haben integriertes Bluetooth und emotionaler Höhepunkt beim Testen war für mich, als ich das erste Mal mit den neuen Hörgeräten meinen Bruder über meinen I-Phone angerufen habe. Ich brauchte nur Bluetooth einzuschalten und die Stimme meines Bruders kam direkt in meinem Hörgerät, ohne zusätzliche Hilfsmittel. Es war als ob ich wieder «normal» telefonieren konnte!
Diese neue Hörgeräte darf ich ein paar Wochen richtig testen. Danach werde ich noch ein anderes paar Hörgeräte testen und wenn den Unterschied dann gross ist, werde ich noch ein paar Hörgeräte testen die vom Niveau her zwischen beiden Hörgeräte liegen.

Als Zubehör brauche ich für das telefonieren mit dem Festnetz, für die Verbindung mit dem PC nur einen Connect Clip, der Telefon, Computer über Bluetooth mit den Hörgeräten verbindet. Und vielleicht noch ein Verbindungsgerät für den Fernseher, aber möglicherweise funktioniert das auch mit den Connect Clip.
Mein Rogerpen lässt sich mühelos durch der Empfänger MyLink mit den neuen Hörgeräten koppeln und auch das ist für mich sehr wichtig, weil ich meinen Rogerpen oft benutze.
Auch kann ich jetzt mit meinen I-Phone einen App benutzen mit dem ich die Hörgeräte selbst ein wenig steuern kann und wenn ich möchte an verschiedene andere Geräte koppeln kann, zum Beispiel Alarmsysteme, Türklingel und ja, sogar an Radio oder Fernseher, um Musik zu hören.

Nun bin ich besonders gespannt wie die Testphase weiterhin verläuft, es sind bei den hiesigen Hörgeräte schon noch welche kleinere Anpassungen nötig, so sind die Töne bein anziehen der Hörgeräte am Morgen nicht besonders für jemand mit Tinnitus geeignet, aber immerhin bin ich mit der neuen Technik sehr zufrieden. Auch bin ich neugierig zu erfahren was die Unterschiede mit den anderen, noch zu testen Hörgeräte sind und für welche ich mich am Schluss entscheiden werde.
Ich halte Sie hier noch auf den Laufenden.

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Auditive Herausforderung, essen, Hörbeeinträchtigung, Hyperakusis

„Marga hört zu viel!“


Hyperakusis, Überempfindlichkeit gegen Lärm, ist allgemein weniger bekannt als Tinnitus, aber es gibt viele Menschen, die mehr oder weniger stark darunter leiden.

In diesem Rubrik «Marga hört zu viel!»  schreibt Marga van Hintum regelmässig über ihre Erfahrungen mit Hyperacusis.

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Sauber essen, mit Messer und Gabel

Jeder muss sich als Kleinkind damit auseinandersetzen. Nach der Löffel-Schüssel-Periode folgt das Unvermeidliche. Mit Messer und Gabel essen lernen. Lernen ordentlich zu essen, ohne zu schmieren. Damit deine Eltern dich ausserhalb der Tür zeigen können. Damit du dich als Erwachsener genaus so verhalten kannst.

Jung gelernt und alt gemacht!

Natürlich habe ich es auch erlebt. Das Jonglieren mit Plastikbesteck. Mit einem stumpfen Kindermesser. Aber ich bin erwachsen geworden, dank oder trotzdem.

Und als Erwachsener mit Hyperakusis* bin ich froh mit dieser Lebenserfahrung. Ich kann es immer noch, essen mit Plastikgabel und Messer. Zuerst schätzte ich unsere Einwegbesteck aus Kunststoff. Sie sind nicht stark. Der Name sagt alles: Einwegartikel. Wir haben sie sehr lange und sehr sorgfältig benutzt. Bis sie kaputt gingen; Ende Übung. Aber dann entdeckte ich die Composite-Version. Bestimmt für Outdoor-Ferien mit minimaler Verpackung. Sehr stark. Wir verwenden sie seit einigen Jahren und es geht ihnen gut!

Die Einweg-Tellerwerden direkt durch Mepaline-Versionen ersetzt; ebenfalls sehr stark. Ideal !

Dann können wir ein „hausgemachtes Abendessen“ genießen. Denn heutzutage gehen wir nicht mehr in ein Restaurant. Viel zu viel Lärm von Restaurantbesucher die reden. Und von Metallbesteck auf Porzellan oder Keramik. Und vergessen Sie nicht die „Hintergrundmusik“. Manchmal möchte ich mich überraschen lassen. Dann gibt es noch die Heimlieferungs Variante; oft mehr auf Snacknivo als gesund, aber gut. Manchmal, dann ist das erlaubt. Ich höre die Scheibe von fünf nicht protestieren.

Kochen ohne Geräusche?

Heutzutage habe ich Zeit genug, um ausgiebig zu kochen. In aller Ruhe. Das mache ich regelmäßig. In aller Ruhe. Denn etwas Schnelles in der Küche zu tun, ist meist laut. Und sehr schmerzhaft in meinem Kopf. Also langsam mit der Pfanne, vorsichtig auf die Anrichte hinstellen, vorzugsweise auf ein Tuch. Keine Küchenmaschine oder Mixer, sondern ein Mörser. Das dauert länger, geht aber gut! Speziell für die kleinen Mengen an Speisen für 2 Personen!

Ohne Metall ?

Kochen aus metallen Töpfe, nun das ist ja unvermeidlich. Ich habe versucht, die Mikrowelle mehr zu nutzen. Aber als ich das „Ich-bin-fertig!“ – Piepton aus der Mikrowelle unter Ohren bekam, war ich bald damit fertig.

Metalltöpfe auf Metallpfannenträgern. Nicht zu vermeiden. Mit Glasdeckeln mit Silikonkanten, das spart wieder. Mit Holz-Rührlöffeln, das macht den Unterschied. Und Mepalinenlöffel, die man auch nicht hört.

Metall ist leider noch nicht aus der Küche. Also aufgepasst für mich. Der gelegentliche, unvermeidliche, steinharte Schlag, wenn ich versehentlich mit einer Pfanne auf etwas  stoße. Gegen eine steinharte Arbeitsplatte, wo ich noch nicht überall ein Tuch habe. Oder der scharfstechender Fall eines Küchenmessers auf den Steinboden. Aaahhhhhhgrrrrrrr…..

Mit Messer und Gabel

Aber wenn das Essen fertig ist, wenn wir zum Tisch gehen, dann sind Mepaline-Geschirr, Kompositbesteck sehr angenehm. Und gutes Essen. Nicht immer mit Messer und Gabel. Denn manchmal darf man mit den Händen essen, haha …………….

* Hyperakusis, wörtlich „Ich höre zu viel“, ist ein Zustand, in dem man für gewöhnliche Alltagsgeräusche überempfindlich ist. „Die Lautstärkeregelung von Umgebungsgeräuschen ist für eine Person mit Hyperakusis dauerhaft zu hoch eingestellt.“Für mich sind die höheren Frequenzen besonders ärgerlich und verletzen meinen Kopf.

Hyperakusis tritt in vielen Formen auf. Und oft auch in Kombination mit Tinnitus, so wie bei mir.

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