Auditive Herausforderung, CI, Hörbeeinträchtigung

„Remcos Reise: von Hörgerät zum CI“


Remco ist hörbeeinträchtigt, Hörgeräteträger und ist im Alltag Sozialarbeiter. Neulich führt er Gespräche über einen CI (Cochlea-Implantat). In dieser neuen Rubrik schreibt Remco über seinen Prozess von Hörgeräteträger zum CI-Träger.

wanderer-455338_1280.jpgDer Weg geht weiter .…

Letzten Freitag war ich bereits in Utrecht (Niederlande) zu einem neuen Termin. Die Termine wurden zügig weiterverfolgt. Diesmal war es nur ein MRI-Scan. Da die normale Kommunikation mit dem Patienten über eine Gesprächsanlage erfolgt, musste eine andere Lösung gefunden werden.
Anstatt die Gesprächsanlage zu benutzen, kam die Krankenschwester jetzt zu mir und berührte mich am Arm, woraufhin ich meinen Daumen hob. Das bedeutete, dass ich im Scan auf der Hut war. Zwei Mal kam sie und zwei Mal steckte ich meinen Daumen hoch. Es gab mir die Möglichkeit, ruhig nachzudenken und ganz still zu werden. Das konnte ich besonders gut.

Musik
Der Weg, den ich gehe, ist ein notwendiger. Ich hoffe, dass sich mit meinem CI in Zukunft einiges verbessern wird. Manchmal frage ich mich zum Beispiel, ob ich überhaupt noch Musik hören könnte, aber nach Meinung der Experten wird es mit CI ganz anders sein. So werde ich auch wieder etwas aufgeben müssen. Musik ist ein konstanter Faktor in meinem Leben und ich höre sie gerne, trotz meines begrenzten Hörvermögens. Auf die eine oder andere Weise stimmt mir das bereits Wehmütig.
Zum Beispiel, ich war fast mein ganzes Leben lang ein Fan von Bryan Adams und habe auch regelmässig Konzerte besucht. Das Hören von Musik wird jetzt zu einem ganz anderen Erlebnis. Momentan höre ich die Musik noch gut und ich kann durch die Melodie wissen, um welches Lied es sich handelt, aber der eigentliche Gesang, damit komme ich jetzt nicht mehr klar. Dennoch werde ich es vermissen, denn Musik färbt das Leben und die Musik von Bryan Adams ist sehr stark mit (m)einem Zeitrahmen und Momenten verbunden, die ich in meinem Leben erlebt habe.

Akzeptanz
So sehe ich meine Hörbeeinträchtigung. Sie hat mir viel gebracht, aber ich musste auch viel loslassen und und zwar sehr viel. Es ist nicht anders, aber es lauert immer ein wenig Akzeptanz um die Ecke. Etwas Selbstverständliches freigeben. Telefonieren, zum Beispiel.

Ich war jahrelang nicht in der Lage, es zu tun, während ich es früher „einfach so“ tun konnte. Jetzt gibt es das Whatsapp und Facetime, aber manchmal ist es schön, eine Stimme zu hören. Die Freude oder Trauer, die man in einer Stimme hören kann, aber auch der Klang der Stimme selbst. Eines der vielen Dinge, die ich nicht mehr kann.

So ist es auch beim Hören. Es wird immer schwieriger, und deshalb muss ich es akzeptieren. Ich denke, dass das Leben mit einer Hörbeeinträchtigung vor allem ein Akzeptanzprozess ist. Durchstreichen von Dingen, die mit deinem Gehör zu tun haben.
Im Moment müssen wir abwarten, bis wir einen Anruf über die Ergebnisse des Scans erhalten. Ich kann selbst nicht angerufen werden, was manchmal schwierig ist. Ich bin sehr selbstständig und unabhängig, aber manchmal ist es nicht anders. Aber gut, bis zum nächsten Mal….

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