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„Erfahrungsgemäss“


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Rubrik „Erfahrungsgemäss“

Dieser Rubrik bietet anhand ein paar Fragen und Antworten ein Platform an Hörbeeinträchtigten somit auch an Fachexperten die mit Hörbeeinträchtigten arbeiten, ihre Erfahrungen mit und Lösungen für eine Hörbeeinträchtigung im Alltag zu teilen.

Als erste Hörbeeinträchtigte in dieser Rubrik möchte ich Sie heute Sorina Löser vorstellen.

Fragen an Sorina Löser:

Können Sie sich kurz vorstellen?
Ich heiße Sorina und bin 35 Jahre jung. Ich komme ursprünglich aus Deutschland und seit fast 15 Jahren lebe ich im schönen Wien.

Wie würden Sie Ihre Hörbeeinträchtigung umschreiben?
Meine Hörbeeinträchtigung habe ich von Geburt an. Der Fachterminus ist eine «hochgradige Innenohrschwerhörigkeit beiderseits». Die Corti’schen Organe in meinen Gehörschnecken sind schlecht ausgebildet. Ich kann schlecht Zischlaute und die hohen Töne hören. Darüber hinaus ist mein lautsprachliches Verständnis durch diese Form der Schwerhörigkeit erschwert.

Tragen Sie Hörtechnik, wie Hörgeräte, CI oder anderes?
Ich trage auf beiden Ohren Hinter-dem-Ohr-Geräte. Ich wurde von klein auf damit versorgt, zunächst noch mit den Taschengeräten. Seit meinem 8. Lebensjahr trage ich HdO-Geräte. Weil ich es auch nicht anders kenne, kann ich mir ein Leben ohne Hörsysteme nicht vorstellen und meine aktuellen von GN ReSound sind meine unverzichtbaren Lebensbegleiter.

Was bedeutet Ihre Hörbeeinträchtigung für Sie im Alltag?
Wie schon oben beschrieben, bin ich mit diesem «Gehör» auf die Welt gekommen und ich kenne es nicht anders. Ich weiß nicht, wie ein «Normalhörender» bzw. ein «Guthörender» hört, ich kann mich auch nicht in deren Lage hineinversetzen. Mein anderes Hören ist unmittelbar mit meinem Leben, mit meinem Alltag verbunden. Ich komme so lange damit zurecht, bis äußere Faktoren auftauchen und gegebenenfalls störend wirken.

Wie gehen Sie im Alltag mit Ihrer Hörbeeinträchtigung um?
Das kommt auf die Situation und auf meine (innere) Verfassung an. Es gibt Situationen, da stecke ich Missverständnisse locker weg, aber auch andere, wo eine rasche Lösung nicht möglich ist. Es kommt auch darauf an, wie meine Beziehung zu meinem Gegenüber gestaltet ist, wie mein Gegenüber wirkt. Bemüht er/sie sich, die Kommunikation zu erleichtern oder gestaltet sich die Interaktion weiterhin als schwierig?

Können Sie mit einem Beispiel beschreiben welche Lösungen Sie für tägliche Herausforderungen gefunden haben?
Es gibt kein Universalrezept. Aber: Es hilft eigentlich immer, den Gesprächspartner darauf hinzuweisen, dass ich eine Hörbeeinträchtigung habe. Manchmal muss man den Gesprächspartner mehr als nur einmal daran erinnern. Was im Alltag sehr oft vorkommt und nur gut ist, wenn ich den Gesprächspartner darüber aufkläre, wie ich höre und was ich möglicherweise (nicht) verstehen kann. Und nicht die Geduld (auf beiden Seiten, versteht sich!) verlieren, wenn es beim ersten Mal nicht klappt! Es schadet nicht, einen kleinen Schreibblock und Schreiber dabei zu haben.

Außerdem soll man die zusätzlichen technischen Hilfsmittel nutzen, wenn möglich. Dadurch werden alltägliche Erscheinungen wie Telefonieren oder einem Vortrag zuhören keine mühsamen Aktionen mehr und Fernschauen und Musikhören werden sogar zum Genuss.

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4 Gedanken zu “„Erfahrungsgemäss“

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