So gut wie es geht


so gut wie es geht

Quelle: http://de.freeimages.com/photo/ear-1419030 @Jean Scheijen

Seit ungefähr 3 Wochen hat mein Gehör abgenommen. In meinem linken, das „gute“ Ohr, tönen alle Geräusche verzerrt, als ob nach dem Schwimmen oder nach dem Haaren waschen Wasser ins Ohr gekommen ist. Ausserdem hatte ich den ersten 2 Tage einen extra Tinnitus (Ohrgeräusch) Geräusch im Ohr, was zum Glück danach verschwand.
Dachte ich zuerst an einem Pfropf Ohrenschmalz, so lernte mir ein Besuch beim Hausarzt allerdings besseres. Im Ohr sah alles gut aus.
Da ich, nachdem die Probleme aufgetreten waren, innerhalb von 2 Tage zu meiner Mutter fliegen wollte, war ich zunächst unsicher ob ich dem geplanten Besuch stattfinden lassen sollte. Ich hatte aber keine Schmerzen und sonstige Unannehmlichkeiten, also entschied ich mich an meinem geplanten Flug festzuhalten. Und zu meiner Erleichterung klappte alles so gut wie es geht.

Nun ja, bis auf der niederländischen Bahn … Bei meiner Ankunft auf Flughafen Schiphol hatte ich zwar etwas Verspätung, aber nicht nennenswert.
Als ich dann mit dem Zug weiterfahren wollte, wurde es ein wenig knifflig. Der Zug fährt normalerweise in eine gute Stunde direkt von Schiphol zum Ort wo ich sein muss. Diese Zeit verbringe ich mit einem Buch. Halbwegs hält der Zug immer an Bahnknotenpunkt Utrecht. Es gab zwar eine Durchsage, die ich aber nicht beachtete, weil ich sie ohnehin nicht verstehe und ausserdem ich noch eine halbe Stunde Fahrt vor mir hatte. Aus den Augenwinkel merkte ich schon das es ziemlich leer wurde im Zug, aber auch das läutete noch keine Alarmglocke aus. Erst als das Licht im Zug plötzlich erlöschte, wurde es mir mulmig und als dann noch eine Durchsage kam in der ich nur verstand „alle aussteigen“ bin ich samt schweren Koffer aus dem Zug gerannt. Auf dem Gleis traf ich auf einem Zugkontrolleur und fragte ihm sofort was los sei. Er meinte, das sei doch in der Durchsage erzählt. Als ich ihm erläuterte, das ich Hörbeeinträchtigt sei, war er besonders hilfreich. Problem war ein kaputter Zug auf ‚meiner‘ Strecke und ich sollte am besten umfahren. Das bedeutete zwar eine Stunde länger unterwegs und ich musste noch einmal umsteigen aber ich würde auf jeden Fall meinem Ziel erreichen.
Eine weitere Bahnmitarbeiterin am Gleis wo meinem designiertem Zug abfahren sollte, habe ich sofort gefragt ob sie weitere Informationen hatte, und erklärt das ich die Durchsagen nicht mitbekomme. Auch sie war sehr hilfreich und meinte ich sollte doch tatsächlich den mir geratenen Zug nehmen. Also tat ich wie geraten und bin dann eine Stunde später ohne weitere Herausforderungen angekommen.

Diese Erfahrung hat mich wieder Mal mit der Nase auf den Fakten gedruckt: da ich jetzt noch weniger hörte und verstand als „normal“, war das schon unbequem, vor allem wenn man alleine unterwegs ist. Nichtsdestotrotz, habe ich mich auch sehr gefreut über die nette und Verständnisvolle Weise wie man mir als Hörbeeinträchtigte begegnet ist. Das gibt der Bürger/die Bürgerin wieder Mut!
Natürlich hat es sicher auch geholfen, dass ich mich nicht abhängig und hilflos aufgestellt habe, sondern aktiv auf die Leute zugegangen bin und gleich erklärt habe was ich brauchte, aber es war schön zu erfahren dass die Leute meist hilfsbereiter sind als man manchmal denkt, so gut wie es geht.

 

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