Antwort der IV (Invaliden Versicherung)


Wie Sie sich vielleicht erinnern, habe ich vor ein paar Wochen einen Brief an der Invalide Versicherung (IV) geschrieben, um einen Beitrag in den Kosten für ein Rogerpen zu beantragen.
Die Antwort dauerte nicht all zu lange: die Vorentscheid ist eine Ablehnung. Der Grund: ich sollte minimal ca. 5.000,00 CHF verdienen um Anspruch auf einen Beitrag zu erhalten.
Für mich heisst das Konkret: Für einen IV Beitrag sollte ich bezahlte Arbeit haben, meinen freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeit ist der IV nichts wert.
Obwohl ich diese Antwort schon erwartet hatte, machte sie mir trotzdem sauer und traurig, weil ich sie Respektlos finde. Ich habe ja Arbeit! Ich engagiere mich voll und ganz in meiner Arbeit für die Hörbeeinträchtigtenwelt und die Gesellschaft. Bezahlt werde ich von meinem Mann, der hart für unser beider Einkommen arbeitet. Ich koste die Gesellschaft nichts extra, im Gegenteil, mit meinen Arbeit trage ich zur Gesellschaft bei.
Ausserdem ist die Ablehnung inkonsequent: Meine Hörgeräte hat die IV vor fünf Jahre ja bezahlt. Weshalb nicht einen Beitrag an ein dringend nötiges Hilfsmittel, ohne sich meinen Arbeit kaum machen lässt?

Als ich in 2009 in die Schweiz gezogen bin, musste ich meinen Job aufgeben. Da ich mich zuerst in der Schweiz einleben musste, war es noch nicht möglich mich zu bewerben.
Als ich dann öfters in den Niederlanden hin- und her pendeln musste, weil mein Vater terminal krank war, konnte ich mich ebenfalls nicht bewerben. Wer mag eine Arbeitnehmerin die jede zwei Monate für zwei Wochen abwesend ist?
Um trotzdem aktiv zu bleiben, habe ich mit meiner Freiwilligen- und Ehrenamtlichen Arbeit angefangen. Schliesslich, als ich vorher gezwungenermassen nicht mehr Vollzeit arbeiten konnte, habe ich auch Freiwilligenarbeit geleistet, weil stillsitzen nichts für mich ist.

Nachdem meinem Vater gestorben war, war ich so in meiner Arbeit vertieft, dass ich mich entschied vorläufig damit weiter zu machen. Nicht weil ich keine Lohnarbeit will oder wollte: wenn etwas auf meinem Weg kommt, sage ich nicht sofort nein.
Aber meinen Aktivitäten wurden immer mehr und interessanter. Als sich ausserdem herausstellte, dass einen Teilzeitjob – zu einem Vollzeitjob bin ich nicht mehr imstande – finanziell auch gar nichts bringt, war das für mich Grund genug fortzufahren, mit liebevoller Unterstützung meines Mannes.
Und heute ist meine Arbeit mit der Zeit wertvoller geworden, mein Leben inhaltlich besser. Aber jetzt sagt mir der IV, dass meine Arbeit und gesellschaftliches Engagement in ihren Augen nichts wert ist, nur weil ich keinen Lohn erhalte. Liebe IV, wo wäre die Gesellschaft ohne alle engagierten freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeiter?!

Mich geht es jetzt nicht nur um das Geld, sondern vor allem um das Prinzip. Natürlich habe ich selbst für die Arbeit ohne Lohn entschieden, aber ich sorge für mich, beanspruche keine weitere IV Gelder, verzichte sogar auf einen, mir zustehenden, IV Batteriebeitrag und arbeite genau so viel wie in einer Teilzeitjob mit Lohn, im Dienst der Gesellschaft.
Ist dann einen Beitrag für Arbeit ohne Lohn wirklich zu viel verlangt?
Was ist denn Ihre Meinung zu dieser Frage, liebe Leser und Leserinnen? Ich wäre Mal gespannt auf eine Rückmeldung.

Mit dieser Frage werde ich mich allerdings in der nächsten Zeit an Ombudsstelle und Inclusion Handicap wenden. Für mich hat das IV noch nicht das letzte Wort …

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