Offenheit


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Quelle: http://de.freeimages.com/photo/open-1315639 @Joanie Cahill

Wenn wir einkaufen wollen, fahren wir meistens einmal pro Woche in einem Einkaufszentrum in der Stadt. Dort kann man 3 Stunden lang parken ohne Bezahlung und es gibt, ausser unserem Supermarkt, noch viel mehr Laden, wo wir manchmal vorbeigehen wenn wir fertig mit dem Einkaufen sind.

So war ich letzte Woche in einem Laden, wo ich öfters komme. Einer der Verkäuferinnen ist nicht besonders freundlich und manchmal frage ich mich schon, weshalb sie überhaupt im Laden steht. Da das aber nicht meine Sache ist, versuche ich sie immer so freundlich wie möglich zu begegnen, so auch letzter Woche.
Als ich meinen Einkauf bezahlen wollte, war ich kurz beschäftigt mit der Suche nach meiner Kundenkarte und Zahlkarte. Wie es so in einer Damentasche üblich ist, dauerte das ein wenig bis ich die Karten gefunden hatte. In dieser Zeit, hat die Verkäuferin mir anscheinend gefragt ob ich eine Tasche haben möchte. Diese Frage habe ich natürlich nicht bemerkt, schon gar nicht gehört. Nach dem Abrechnen, fragte ich die Verkäuferin freundlich ob sie eine Tasche hätte, weil der Einkauf etwas schwierig mitzunehmen war. Auf sehr unfreundlicher Weise antwortete die Verkäuferin, dass sie mir das vorher gefragt hatte. Diese Antwort, tönte als ob ich eine schlechte Kundin wäre, der ihr viel Arbeit bereitete. Obwohl mir diesen Ton gar nicht gefiel, habe ich trotzdem versucht höflich zu bleiben. Meine Antwort lautete daher: „Sorry, ich bin Schwerhörig und habe Ihnen nicht gehört“. Daraufhin taute die Verkäuferin merkbar auf! Sie hat sogar geholfen mir den Einkauf in die Tasche zu stecken und als ich einen Witz gemacht habe, weil das noch nicht so einfach war, konnte sie sogar noch lächeln.
Zum Schluss verabschiedeten wir uns freundlich und war alles in Ordnung.

Dieses Ereignis hat mir aber wieder gezeigt, wie wichtig es ist offen über die Hörbeeinträchtigung zu sein. In diesem Fall, brachte meine Offenheit etwas Verständnis und lockerte die etwas angespannte Atmosphäre. Hätte ich nichts gesagt, wären wir beiden gereizt geblieben und es hätte mir die Lust verdorben, dort noch mal einzukaufen. Jetzt aber, haben wir sogar gelächelt und wer weiss, war die Verkäuferin etwas netter zu den nächsten Kunden. Ausserdem war ich froh, die Lage ohne böse Worte gemeistert zu haben.

Manchmal ist es ganz einfach. Letzte Woche zum Beispiel, gingen wir zum Geburtstag meines Mannes aus essen und der Kellner hat mir etwas gefragt, was ich nicht verstand. Mein Mann hat das sofort erkannt und mir das Gesagte wiederholt. Das war in diesem Fall angenehm. Wäre meinem Mann nicht dabei gewesen, hätte ich aber bestimmt selbst den Kellner um Wiederholung gebeten, so lange bis ich seine Frage verstanden hätte, mit der Begründung, dass ich Hörbeeinträchtigt sei.

Es hat bei mir lange gedauert, bis ich so selbstbewusst mit meiner Hörbeeinträchtigung umgehen konnte. Es geht nicht immer von selbst.
Öfters fühle auch ich mich immer noch herausgefordert und nicht jede Situation ist so einfach zu lösen. Hauptsache ist aber, dass man sich bemüht und dass man sich nicht überrennen lässt. Mit Fallen und Aufstehen lernt man schliesslich am besten.

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2 Gedanken zu “Offenheit

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