Einseitiges hören


einseitiges hören

Quelle: http://de.freeimages.com/photo/one-way-1209604 @zizzy0104-52891

Schon seit Wochen tut mir das neue Ohrstück im rechten Ohr weh. Im Gehörgang gibt es eine Druckstelle und, wenn ich das Ohrstück anhabe oder herausnehme schmerzt mir das.

Bevor mein Besuch in den Niederlanden, war ich schon beim Akustiker, und der hat etwas vom Ohrstück abgeschliffen, aber leider hat das nicht geholfen. Deshalb habe ich die letzten Wochen manchmal tagsüber rechts das Hörgerät ausgelassen, damit der Gehörgang etwas ruhe hat. Abends, fürs Fernsehen und so, habe ich das Hörgerät dann wieder angezogen. Mein Gehörgang hat sich daraufhin etwas beruhigt, aber wenn ich das Hörgerät wieder angezogen hatte, fingen die Schmerzen von vorne an.

Ohne Hörgerät in meinem rechten Ohr, bin ich rechts praktisch fast ertaubt. Es darf deshalb klar sein, dass das einseitige tragen eines Hörgerätes mir nicht gut gefallen hat. Ausser vermehrter Mühe beim Verstehen, war mir das Richtungshören schwieriger als sonst. Das heisst, ich hatte mehr Probleme, die Richtung aus dem Geräusche kamen, einzuordnen. Das hat mir allerdings mehr Verständnis für einseitigen Hörbeeinträchtigten eingebracht. Mich hat es unheimlich gestört, das am rechten Ohr kaum Geräusche hereingekommen sind und ich mein „gutes“ Ohr ständig zum Gesprächspartner zuwenden musste. Ich kann es aber jetzt wieder beheben. Einseitig ertaubte Menschen können das nicht und ringen jeden Tag mit dieser Einschränkung.

Als ich letzte Woche wieder zurück aus den Niederlanden war, habe ich in meinem rechten Ohr das neue für mein altes Ohrstück ausgewechselt und jetzt laufe ich wieder schmerzfrei und besser hörend herum. Da mein Mann diese Woche Ferien hat, habe ich im Moment keine Zeit zum Akustiker zu gehen, werde das aber nächste Woche nachholen. Neue Ohrstücke muss man ja immer ein bisschen eintragen und das kommt schon gut.

Diese Ereignisse haben mich aber ein paar Sachen klar sehen lassen. Erstens, obwohl hochgradig Schwerhörig, habe ich bisher doch ziemlich vor selbstverständlich gehalten, was meine Hörgeräte für mich bedeuten. Ohne sie, oder gar mit einem Hörgerät, würde ich nie so gut funktionieren! Wenn ich nicht schon mal ein Lobgesang auf meinen Hörgeräten geschrieben hätte (https://reneeiseli.wordpress.com/2015/11/27/ode-an-meinen-horgerate/), würde ich das jetzt bestimmt tun.

Zweitens, habe ich einen kleinen Vorgeschmack bekommen wie möglicherweise sein wird, wenn ich an einem Ohr wegen einer CI operiert werde. Nach der Operation bis der Einschaltung der Sprachprozessor, werde ich auch nicht viel mehr hören oder verstehen können. Eine unheimliche Idee, aber diese Phase ist natürlich notwendig, der Wundheilung wegen. Also, schon mal eine gute Vorbereitung würde ich sagen.

Übrigens bin ich auch während meines Besuchs in den Niederlanden mit dem CI Prozess weitergekommen und habe grosse Denkansätze erhalten (wofür mein aufrichtiger Dank, Wendelina und Rikie). Mittlerweile habe ich mit vielen Leute über ein CI gesprochen und auch darüber gelesen. Jetzt ist es an der Zeit mal medizinische Spezialisten reden zu lassen. Diesem Freitag lasse ich mich von meiner Hausärztin zum HNO-Arzt verweisen und dann schauen wir wieder weiter.

Fortsetzung folgt.

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