Gehörschutz


Gehörschutz
Quelle: http://de.freeimages.com/photo/earplugs-1426519 @Keith Syvinski

Als ich heute morgen zur Gymnastik unterwegs war und an einer Ampel brav wartete, hörte ich auf einmal ein lautes „Kabum, Kabum, Gdunk, Gdunk“. Ein Auto mit verschlossenen Fenster fuhr an mir vorbei. Die Töne kamen aus dem Auto … So laut das ich es da draussen klar hören konnte und ich möchte gar nicht wissen wie es im Auto selbst getönt hat! Obwohl ich mich nicht so mit Musikrichtungen auskenne, war es bestimmt keinen Song wie „In the Air tonight“ von Phil Collins und Co (habe nichts gegen diese Musik, ganz im Gegenteil!) aber eher etwas heftiges wie „Heavy Metal“ …
Es geht kaum anders als dass der Fahrer, ja: männlich und jung, dieses Autos mit einem Gehörschaden davon kommen wird. Vielleicht nicht sofort, aber auf die Dauer ganz bestimmt. Solche Leute möchte ich gerne zurufen: „weisst du was du deinem Gehör und dich selbst antust?“ aber bei diesem Krach würden sie mich ohnehin nicht verstehen.

Leider denken viele und oft jüngere Leute, dass Gehörschutz nicht für sie gilt und besuchen Discos, Konzerte und andere Aktivitäten wo der Lärmpegel definitiv viel zu hoch ist ohne Gehörschutz.
Das ist natürlich nicht nur heute, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie bei mir in der höheren Schule, sagen wir so um 1983, mal ein Discoabend organisiert wurde. Mein Vater hatte mich mit dem Auto hingebracht und sollte mich später wieder abholen. Die Musik im Aula war nicht nur laut, sondern LAUT! Obwohl ich damals noch keine entdeckte Hörbeeinträchtigung hatte, wurde mir nach einer Viertelstunde unwohl. Sich vor der Lärm verstecken war kaum möglich und ich habe kurze Zeit auf der Toilette verbracht, weil ich es nicht mehr aushielt. Nach eine halbe Stunde habe ich zu Hause angerufen, wo mein Vater gerade wieder angekommen war und ihm gebeten mich doch bitte wieder abzuholen. Mein Vater war nicht besonders erfreut, hat mich aber natürlich trotzdem abgeholt. Er hatte wohl verstanden, dass meine Bitte nicht umsonst war. In der Woche nach der Discoabend, habe ich von mehrere Mitschülern gehört, dass sie nach dem Abend ein Piepsen in den Ohren hatten. Bei manchen dauerte es länger, bei anderen nur kurz. Seitdem bin ich nie wieder zu solche Abenden hingegangen und ich wusste dass meine Entscheidung mich wieder abholen zu lassen die richtige war.

Als ich mein erstes Hörgerät bekommen hatte, wurde mir vom Akustiker erzählt dass ich bestimmt nicht mehr als 3 Stunden in der Woche Musik hören durfte mit Kopfhörer und nicht mehr als 1 Stunde nacheinander, sonst wäre das Risiko auf Gehörschaden zu gross. Nun habe ich das vorher schon nicht oft gemacht und die Musik sicher nicht zu laut gestellt, aber ich muss oft an diese Wörter denken wenn ich die Leute überall mit Stöpsel in den Ohren sehe. Mein Mann inklusive. Und er weiss ganz genau Bescheid. Man denkt aber meistens erst darüber nach, wenn es zu spät ist.

Angesichts den schwerwiegenden und meist eingreifenden Folgen einer Hörbeeinträchtigung auf das Leben eines Menschen und seiner Umgebung, möchte ich gerne hier noch mal betonen dass Prävention besonders wichtig ist. Und nicht nur für anderen, nein, auch für DICH, männlicher junger Autofahrer!

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4 Gedanken zu “Gehörschutz

  1. My son had huge speakers in his car. He’s already deaf in one ear due to cholesteatoma and tubes in his ears. I asked him he knew what he was doing to his good ear and he shrugged it off as no big deal. I tried telling him it is a big deal and he doesn’t truly realize what’s in for later. I think I was too good an example of a hard of hearing person and must not have made it look difficult enough to him. (My hearing loss is not due to noise exposure.)

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    1. Yes, you are probably right! Most of us are trying so hard to do it right, without anyone noticing the difficulties we experience. That’s a good thing but also reduces awareness. Awareness that only comes when one is involved him/her selves. That’s why it is so important to talk about it and raise the awareness. I hope your son will come to insights!

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  2. Trotz meiner Hörbeeinträchtigung höre ich sehr oft Musik und ich kann auf diesen wichtigen Bestandteil meines Lebens nicht verzichten. Auch gehe ich ständig auf Konzerte, aber ich bevorzuge die Veranstaltungen im kleinen Rahmen, wo es lautstärkemäßig auch erträglich ist.
    Schon zu meiner Jugend konnte ich mithilfe von Ohrstöpsel Musik vom Walkman, Discman, mp3-Spieler hören, aber ich habe immer darauf geschaut, nie länger als eine Stunde über diese Ohrstöpsel Musik zu hören. Und so etwas tat ich vielleicht 12x im Jahr. Auch habe ich meine hörenden Begleiter gefragt, ob ich nicht zu laut Musik höre und die Antwort ist positiv für alle ausgefallen (sprich, es war nicht zu laut). Dagegen erinnere ich mich oft an Situationen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wo ich das Wummern aus den Ohrstöpseln meiner Sitznachbarn hören konnte. Ich kam öfters in Versuchung, meine Hörgeräte rauszunehmen, diese Leute anzutippen und denen meine technischen Wunderdinger zu zeigen.
    Mittlerweile höre ich dank meiner GN ReSound-Hörgeräte Musik von meinem Smartphone, verbunden mit einem Telefonclip via Bluetooth, und dieses Ritual brauche ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause.
    Doch gibt es auch Momente, Stunden und Tage, wo ich Stille brauche und genieße…

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