Achterbahn


Achterbahn
Quelle: http://de.freeimages.com/photo/rollercoaster-3-1552444 @gernot huber

Welch eine aufregende Woche die letzte Woche für mich war! Sie hat mit einer Zirkusbesuch angefangen, enthielt Teilnahme an einer Tagung und schloss mit einer Achterbahn an Gefühle.
Das ich daher ein bisschen weniger Zeit zum Schreiben hatte, werden Sie mir sicher verzeihen.

Am Dienstag stand also ein Zirkusbesuch bevor. Ich mag gerne Zirkus und habe viel Respekt für die Artisten. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht! Tiere, einen super Clown, Trapeze, so alles was zu einem Zirkus gehört war da. Nicht nur visuell, sondern auch dem Geruch, die Atmosphäre und Zelt, habe ich diese Vorstellung besonders genossen. Angetan hat mich insbesondere der Clown, der zum Schluss ein paar Zeile von „I did it my way“ gebärdet hat, was natürlich von gehörlosen Anwesenden sehr geschätzt wurde. Obwohl ich Lautsprache bevorzuge, finde ich diese Geste sehr schön.

Am Mittwoch habe ich Kräfte gesammelt, für der Tagung am Donnerstag. Mit Hin- und Rückfahrt war ich 12 Stunden unterwegs. Der Tagung hatte als Thema, wieso es für Hörbeeinträchtigten so schwierig sei Arbeit zu finden. Die Teilnehmer waren divers und kamen vor allem vom IV/RAV, hörbeeinträchtigte Organisationen und es waren sogar welche Arbeitgeber anwesend. Zusammen wurde über das Thema diskutiert, positive und negative Erfahrungen ausgewechselt und Wünsche zusammengestellt. Eine Schlussfolgerung, am Ende des Tages, war sehr wichtig: es gibt zu wenig öffentliche Beispiele von erfolgreiche Hörbeeinträchtigte, die andere den Weg zeigen können. Einerseits eine gute Sache, wenn man erfolgreich ist, ist man auch gut integriert. Andererseits fehlt es daher an gute Rollmodelle und werden die negative Erfolge zu viel betont. Eine Aufgabe die wir uns zu Herzen nehmen sollen, also.

Dieser Tagung war für mich sehr Informativ, Aufschlussreich und Interessant. Eine Kombination von sehr hallenden und lärmigen Genräumlichkeiten. fehlende FM-Anlage und laute Tinnitus (wegen dem frühen Aufstehen) war ich aber am Ende des Tages total Kaputt. Und dann meine ich wirklich Erschöpft. So sehr, das ich am Tag nachher noch Kopfschmerzen hatte, was ich sonst nie habe, es sei denn ich habe Schnupfen.

Und dann kam der Achterbahn der Gefühle. Es macht schon kein Spass so an seinen Grenzen zu stossen. Dann erfolgte ein intensives Gespräch mit einem guten Kollegen, der an der Tagung mit dabei war. Er ist CI Träger und hat mich ernsthaft zu Überlegung eines CI’s geraten. Seine Begründung: wenn ich mit Hörgeräte so an meinen Grenzen stosse (und der Tagung war nicht das erste Beispiel, ich bin ja chronisch Müde) und ich weniger mitbekomme als ich denke/möchte, dann ist es Zeit für ein CI. Je schneller man damit anfängt, desto mehr nützen man davon hat und desto schneller das Gehirn sich daran gewöhnt. In Kurzem: ich sollte nicht zu lange warten und von die Vorteile eines CI’s profitieren. Nun war meine Auffassung immer: ein CI ist meine letzte Hoffnung, wenn ich nichts mehr zu verlieren habe. Die Worte meines Kollegen waren aber knallhart: ich habe jetzt schon nichts mehr zu verlieren! Keine Frage das mich das schon aufwühlte. Genau wie am Anfang meiner Hörgeräten, wehre ich mich jetzt noch gegen einen CI. Umso mehr, weil dieser Schritt unumkehrbar ist.
Ich weiss das mein Kollege es sehr gut mit mir meint, und das er mir nichts vormacht. Ich weiss auch dass, wenn mein Gehör weiter abnimmt, ein CI unausweichlich ist. Trotzdem, es ist wieder eine weitere Phase in meinem Prozess der Akzeptanz. Und das geht nicht einfach so.

Dieses Gespräch war intensiv und Emotional, hat mich aber auch zum Nachdenken angeregt. Und es gibt viel zum Nachdenken. Ich werde Sie, liebe Leser und Leserinnen in diesem Blog manchmal mein Prozess veröffentlichen, weil bisher viel zu wenig über solche Prozesse geschrieben worden ist. Wird verfolgt.

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