Akustiker


Akustiker
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David Saddler

Diesmal möchte ich etwas erzählen über Akustiker. Nein, nein, keine Sorgen, es sind ganz normale Menschen wie Sie und ich. Sie haben nur ein Beruf gewählt, das wir, Hörbeeinträchtigte, sehr zu schätzen wissen. Denn ohne Akustiker hätten wir, Hörgeräteträger, es wohl besonders schwer.
Akustiker machen nicht nur Hörtesten, sondern passen einem ein Hörgerät an und machen kleinere Reparaturen am Gerät.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich zum ersten Mal ein Akustiker laden besucht habe. Wie ich vor dem Schaufenster geschluckt habe … Ich wollte eigentlich nicht reingehen, wusste aber das es nötig war. Schon als ganz junges Kind vom Ohrenarzt geplagt, wusste ich nicht gut was mir zu erwarten bevorstand. Damals war ich etwa 18 Jahre alt und meine Mutter war zur Unterstützung mitgekommen, sonst wäre ich vielleicht doch am Laden vorbei gelaufen.
Beim Akustiker war man sehr verständnisvoll und haben mir alles erklärt was ich wissen sollte. Die Anpassung verlief denn auch ohne grosse Probleme, obwohl ich schon wegen der Passform des Gerätes, es war damals noch einen im-Ohr-Gerät, ein paar Mal zurück kommen musste.
Die weitere Anpassungen verliefen ebenfalls relativ reibungslos, bis ich zum ersten Mal einen Hinter-dem-Ohr Gerät erhielt. Da mein Gehör schlechter geworden war und ein Im-Ohr-Gerät nicht mehr ausreichte, spielten für mich verschiedene Faktoren mit bei der Wahl eines Gerätes.

Sprachverstehen war natürlich Priorität. Weil ich inzwischen auch Tinnitus (Ohrgeräusch) hatte und sehr empfindlich für laute Geräusche geworden war, war die Einstellung und das passende Gerät diesmal nicht einfach. Bisher hatte ich mich stets für eine bestimmte Marke entschieden, der Klang wegen, aber laut der Akustiker würde das für mich nicht mehr passen. Ich brauchte eine schärfere Klang um besser Sprache zu verstehen. Nach ein paar Geräte getestet zu haben, sogar ein Gerät das mit sich selbst kommunizierte, was mich fast verrückt machte, war die Wahl entschieden. Nachteil dieses Gerätes war aber, dass ich die höhere Töne zwar besser und schärfer hörte, was mir beim Verstehen half, das Gerät leider aber auch die Nebengeräusche verstärkte. Als ich auf der Strasse ging, musste ich mein Gerät ausschalten weil der Lärm mir im Ohr wehtat. Daran war nicht so sehr der Akustiker Schuld, sondern ich selbst dachte die Einstellung ginge nicht besser.
Erst als ich danach zum ersten Mal in der Schweiz zum Akustiker ging, habe ich erfahren dass es auch anders kann.

Als in Juli 2011 die IV ihre Zahlungsregelung für Hörgeräte radikal ändern wollte, habe ich mich überlegt was ich am besten machen sollte. Meine Geräte waren schon 5 bis 6 Jahre alt und konnten als gute Ersatzgeräte dienen bei mögliche Reparatur der neuen Geräte. Also entschied ich mich noch vor der Änderung der IV neue Geräte zu kaufen.

Beim Akustiker meiner Wahl habe ich von meinen Beschwerden des alten Gerätes erzählt und die zuständige Akustikerin meinte, dass es sehr gute, für mich passende Geräte gäbe von der Marke die ich vorher getragen hatte. Und ob das ein Unterschied machte!! Bis heute bin ich immer noch froh über meine Hörgeräte und bin die Akustikerin sehr dankbar für ihre gute Beratung. Sie hat inzwischen selbst eine Hörladen eröffnet, wo ich jetzt ebenfalls Kundin bin.

Mir war klar geworden, wie wichtig ein guter Akustiker ist und wie wichtig eine gute, sorgfältige Beratung. Es ist aber auch wichtig, dass man seinen Akustiker genau erzählt was man braucht, weil ein Audiogramm allein nichts aussagt über wie man persönlich Geräusche und Töne erfährt. Je mehr man diese persönliche Hörerfahrungen mit seinem Akustiker teilt, desto besser die oder der AkustikerIn einem beraten kann.

Jedoch, manchmal braucht es ein Fingerspitzengefühl des Akustikers, für das kleine bisschen Mehr.
Deshalb mein Rat an alle HörgeräteträgerInnen, haben Sie vertrauen in ihrem Akustiker, seien Sie aber nicht zu schnell zufrieden. Wenn Ihnen die Anpassung, oder Akustische Beratung nicht (ganz) gefällt, dann schauen Sie bitte auch mal bei einem anderen Akustiker vorbei. Es kann sich lohnen und es geht schliesslich um Ihr eigenes Gehör. Und Akustiker wollen ebenfalls lieber zufriedenen Kunden!

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4 Gedanken zu “Akustiker

  1. Hallo, meine Mutter ist (war) hochgradig schwerhörig, die Hörgeräte verzerrten am Schluss die Sprache sehr. Eine Steigerung nach oben gab es nicht mehr. Sie lies sich zu einer lang auf die Bank geschobene Operation für ein Implantat überreden. Das war im Juli 2015. Ich kann nur sagen“Wahnsinn“, was dieses Implantat leistet. Hast du dir darüber auch schon mal Gedanken gemacht?
    LG Rita

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    1. Hallo Rita, danke für deine Rückmeldung. Ja, sicher habe ich mir darüber gedanken gemacht (siehe auch mein Beitrag CI), aber ich habe im Hörgerät noch Spielraum und bisher funktioniere ich mit Hörgeräte noch gut. Für mich ist ein CI eine gute Lösung wenn es, wie bei deiner Mutter, mit Hörgeräte nicht mehr geht. Es freut mich dass es deine Mutter mit dem CI so gut geht! Wird sie sich noch eine zweite CI leisten? LG, Renee

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      1. Hallo Renee, ich habe noch nicht alle Beiträge von dir gelesen, werde mich aber „durcharbeiten“. Ich denke ein Zweites wird sie nicht mehr machen lassen da sie schon 83 Jahre alt ist und mit diesem sehr gut klar kommt. Schön dass du noch Spielraum hast, wenn du aber mal fragen zur Op oder zum CI hast, kannst du mich gerne anschreiben.
        LG Rita

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