Stress


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Quelle: http://www.freeimages.com/photo/stress-1563502

Neulich habe ich Information über ein Gesundheitsseminar erhalten, wobei das Thema sich handelt um Stress bei Hörbeeinträchtigen und CI Trägern.
Laut die Ankündigung ist alles Stress, sind wir, Hörbeeinträchtigte aber durch unsere Hörbeeinträchtigung zusätzlich und damit in besondere Weise stressgefährdet. Neben die „normale“ Alltagsstress, kennen und erleben wir noch tagtäglich die Auswirkungen von Hör- und Kommunikations-Stress.
Ich begrüsse solche Seminare sehr, weil weil sie nicht nur auf das grösste „Defizit“ der Hörbeeinträchtigen aufmerksam macht, nämlich Müdigkeit, sondern auch Instrumente reicht um es besser zu bewältigen.

Diese Info macht mich aber auch ein wenig nachdenklich. Bin ich selbst immer im „Stressmodus“ und wie gehe ich selbst damit um?
Nun, um ehrlich zu sein, war ich früher stressbeständiger als heute. Vor, sagen wir 15 bis 20 Jahre, konnte ich noch verschiedene Sachen zur gleichen Zeit bearbeiten. Nur, wenn der Druck zu gross wurde, wurde ich ungenau und konnte dann schon welche kleinere Fehler machen.
Heute muss ich mich wirklich auf eins nach einander konzentrieren. Ob das nur mit meinem fortgeschrittenen Hörverlust zu tun hat weiss ich natürlich nicht, es kann ja auch das Alter mitspielen, aber ein Unterschied mit früher merke ich schon.

Erfahre ich auch mehr Stress? Allerdings. Ich bin viel „Wachsamer“ (siehe auch mein Beitrag „Wachsam“) geworden, das heisst, ich bin viel Aufmerksamer ob ich Gespräche, Geräusche oder sonstiges mitbekomme. Natürlich kann ich es nicht mit der Stress einer Guthörenden Person vergleichen, aber ich bin schon sicher das ich oft angespannter bin als ein normal hörender Person.

Zugegeben, ich entscheide mich jetzt mehr abzuschalten wo es geht. Damit meine ich, das ich in bestimmte Situationen, zum Beispiel im Umkleideraum beim Gymnastik, mich dazu entscheide die Gespräche nicht bewusst mit zu verfolgen. Erstens weil ich sowieso wenig davon mitbekomme, zweitens weil sie für mich meistens nicht zur Sache tun. Das man mich ab und zu, durch mich anzusprechen oder zu fragen, überrascht, nehme ich dann in Kauf. Man kann ja seine Energie nur in bestimmte Masse verteilen und ich spare meine Energie lieber für wichtige Sachen. Mag ja unsozial tönen, ist es aber nicht. Bin ich ja auch nicht! Ich bin zu jeder Zeit „einsatzbereit“, das will sagen das ich schon ansprechbar bin und mich nicht vollkommen abschliesse, ich höre nur bewusst nicht zu. Damit ich nicht überfordert werde, bin ich persönlich der Meinung, das ich nicht alles hören muss. Auch wenn ich das möchte, es geht einfach nicht. Dann ist es besser selbst einigermassen zu steuern wo und wann man sich mehr mühe gibt zu verstehen. Trotzdem gibt es immer noch Stress.

Da ich gespannt bin, wie andere Hörbeeinträchtigen dies erfahren, möchte ich an dieser Stelle mal die Frage stellen: Erfährt ihr es auch so dass ihr, Hörbeeinträchtigen, gestresster seid als normal Hörenden? Und woraus besteht eurer Meinung nach, diese extra Stress?
Ich möchte euch diesmal gerne zu eine Antwort und Diskussion auffordern!

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