Stärke oder Schwäche?


Stärke oder Schwäche

Quelle: http://www.dreamstime.com/photos-images/strength-weakness.html#details50804553;ID 50804553 © Rawpixelimages | Dreamstime.com

Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist es in einem Bewerbungsprozess wichtig, dass man seine Stärke und Schwäche auflistet und analysiert. Ich werde das mit einem kleinen Beispiel illustrieren: Eine Stärke könnte sein, dass man sehr gut planen und ordnen kann. Eine Schwäche könnte dann vielleicht sein, dass man so gut plant und ordnet, dass man weniger gut improvisieren kann.

Nun hatte ich heute eine Diskussion, ob in so eine Stärke – Schwäche Analyse eine Hörbeeinträchtigung unter Schwäche aufgelistet werden soll. Mein Gesprächspartner (Hörbeeinträchtigt) war der Meinung, es sollte als Schwäche eingestuft werden. Ich bin der Meinung, dass es unter beides eingestuft werden soll. Natürlich verstehe ich die Ansicht eine Hörbeeinträchtigung als Schwäche zu sehen. Eine Hörbeeinträchtigung kann schon das funktionieren am Arbeitsplatz beeinflussen. Kommunikation mit Kollegen zum Beispiel ist nicht immer einfach und dann wird man schon rasch zum Einzelgänger, statt Team-Spieler. Man muss in der Kommunikation mit einer Hörbeeinträchtigte immer Rücksicht nehmen und umgekehrt muss ein Hörbeeinträchtige seinen Gesprächspartner immer auf seiner Hörbeeinträchtigung aufmerksam machen, was für Beiden manchmal frustrierend sein kann „Hast du mich jetzt noch immer nicht verstanden?“ „Weisst du jetzt immer noch nicht, dass du deutlich reden sollst?“.

Warum ich eine Hörbeeinträchtigung dann trotzdem auch als Stärke sehe? Weil eine Hörbeeinträchtigung die Betroffene meistens mehr motiviert ihr bestes zu geben! Eben weil sie weniger oder gar nichts hören, sind sie sich die Bedeutung einer guten Kommunikation mehr bewusst und geben sich auch mehr Mühe.
Und ich wage es sogar, einen Schritt weiter zu gehen: Hörbeeinträchtigte Arbeitnehmer haben im Allgemeinen eine höhere Arbeitsleistung als ihre Guthörenden Kollegen! Sie sind konzentrierter und weniger schnell abgelenkt, was die Produktivität meistens zur Gute kommt.
Natürlich bin ich mir bewusst dass man sich für die Kommunikation mit Hörbeeinträchtigte mehr Zeit nehmen muss und dass das Risiko auf Missverständnisse grösser ist, was man wieder als Schwäche bezeichnen könnte. Aber wenn einen Guthörenden Kollegen zum Beispiel Kettenraucher ist und –zig Mal am Tag nach draussen geht um eins zu rauchen, dann kostet das ebenfalls Arbeitszeit, wird aber als normal empfunden.

Das viele Hörbeeinträchtigten sich, wegen ihrer Beeinträchtigung, durchs Leben kämpfen müssen und sich, trotz vielen hohen Bergen, auf ihrem eigenen Weg durchsetzen, finde ich wieder eine Stärke die viel zu wenig beachtet wird. Die Hörbeeinträchtigung hat in vielen Fälle Charakterzüge, wie Durchsetzungsvermögen und das Wissen was man will, geprägt. Da geht es halt um viel mehr, als dass jemand nicht telefonieren kann. Bei einer Bewerbung wird oft noch immer zu wenig geschaut auf das was man kann, sondern auf das was man nicht kann. Ist das etwa nicht der Grund, weshalb Hörbeeinträchtigte so schwer einen Job finden, obwohl sie immer besser qualifiziert sind, weil sie nicht gut hören können?

Nun bin ich mal gespannt ob es noch andere Meinungen oder Argumenten gibt, die eine Hörbeeinträchtigung als Schwäche, Stärke oder beides, auflisten können. Wenn ja, wie ich vermute, dann möchte ich Sie, liebe Leser, vom ganzen Herzen auffordern sie mit mir zu teilen!

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