Hörtest


An meine frühesten Hörtesten kann ich mich noch erinnern: eine Glaskabine, eine robuste Dame hinter die Knöpfe und einen sehr schweren Kopfhörer (ich war ja noch sehr jung).
Jeder der mal einen Hörtest machen lassen hat, weiss wie das geht. Mit einem Kopfhörer auf und Drückknopf in der Hand und drücken, wenn man einen Ton hört. Mal mit Hintergrundgeräusch, mal ohne. Oder Wörter nachsagen, in der Hoffnung dass das Nachgesagte stimmt.
Nun sind diese Hörtesten immer Momentaufnahmen. Ich bin sicher, wenn ich der Test am Morgen, um zum Beispiel 10.00 Uhr mache, ich besser abschneide als wenn ich den Test nachmittags um 16.00 Uhr mache. Sie sind aber trotzdem einen Hinweis ob man Hörverlust hat oder nicht.
Vielleicht hat sich bei diesen Test in all den Jahren technisch einiges verbessert, optisch aber nicht: noch immer einen abgeschlossene Glaskabine, Kopfhörer und Drückknopf. Nur die Damen (bisher bin ich noch keinen Mann begegnet der das Beruf einer Audiometrist ausübt) die diese Teste ausführen sind freundlicher.

Als meinem HNO Arzt nach einem Hörtest zum ersten Mal von einem Hörgerät sprach, dachte ich: „Mann, bist du total blöd?! So gucken mir die Jungs doch gar nicht mehr an …“ Ich war erst 17 und natürlich zu höfflich das laut auszusprechen und meinte nur, ich brauche das doch nicht. Als ich ein Jahr später mit meinem Studium anfing, wusste ich, dass der HNO Arzt jedoch recht gehabt hatte.

Mein letzter Hörtest beim HNO Arzt ist schon fast ein Jahr her und zum Glück hatte sich wenig an meinem Gehör Rest geändert. Beim einprogrammieren des Testprogrammes meinte die Audiometristin ab und zu vor sich hin „nein, dafür hören Sie zu wenig“. Ähm … bestimmt nicht böse gemeint, aber es schmerzte trotzdem. Niemand hört gerne, dass man zu wenig für etwas hört!
Weil ich ziemlich starke Tinnitus habe, ist es bei dem Hörtest für mich manchmal schwer auszumachen ob ich nun einen programmierten Ton oder meine eigene Tinnitus höre. Die höheren Töne kann ich sowieso zum grossen Teil nicht mehr hören. Am besten höre ich die tieferen Töne, also auch die tiefere Männerstimmen.

Heutzutage mache ich jede 3 Jahre einen Hörtest. Selber bemerkt man einen Hörverlust meistens als letzter. So war es auch bei meinem Hörsturz in 2007. Mir war nicht so sehr aufgefallen dass ich öfters „Wie bitte“ gefragt habe, aber meine Umgebung und vor allem meinen Arbeitskollegen, meinten ich sollte doch mal wirklich wieder einen Hörtest machen lassen. Nicht nur regelmässige Kontrolle ist wichtig, sondern auch ab und zu mal auf die eigene Umgebung zu hören.

Oh, und mittlerweile bin ich schon 14 Jahre mit meinem Mann zusammen und wir sind bald seit 11 Jahre glücklich verheiratet. Das mit den Jungs ist also doch noch gut gekommen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s