Gute Arbeit


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Quelle: http://www.freeimages.co.uk/galleries/transtech/informationtechnology/slides/computer_blank_screen.htm

Vor Jahren hatte ich beruflich viel mit Hörbeeinträchtige zu tun. Ich habe sie geholfen Arbeit zu suchen und manchmal auch am Arbeitsplatz begleitet, damit sie ihre Arbeit behalten konnten.
Meine Kunden variierten von Gehörlos bis zum leicht Schwerhörig. Obwohl sie allen sehr verschieden waren, hatten sie alle eins gemeinsam: sie suchten entweder Arbeit oder hatten bei ihre Arbeit Probleme.

Eine neue Arbeitsstelle zu finden ist für gut Hörenden schon eine riesige Herausforderung, geschweige denn für (Hör)Beeinträchtigte. Bei einer Hörbeeinträchtigung sind die meiste Arbeitsstelle wo man auch telefonieren oder das Telefon abnehmen sollte meistens nicht im Angebot. Obwohl sich hier durch gute Hilfsmittel zur Erleichterung des Telefonieren oder gute Abmachungen mit Kollegen sicher viel machen lässt. Leider fehlt dazu zu oft der gute Wille der Arbeitgeber. Es herrscht noch zu viel Angst für Probleme, sowohl menschlich als Versicherungsmässig. Einerseits verständlich, andererseits auch nicht.
Meine Erfahrung ist, dass Hörbeeinträchtigte im Allgemeinen besonders motivierte und loyale Arbeitnehmer sind. Auch werden sie weniger vom Reden unter Kollegen abgelenkt, können sich oft besser für Ablenkungen abschliessen und sind konzentrierter in ihre Arbeit. Wenn sie nur eine Chance erhalten.

Zugegeben, Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzte ist nicht immer einfach und fordert beidseitige Anstrengungen. Ich habe aber zum Glück auch gesehen, dass mit etwas gute Wille dies sehr gut klappen kann.
So hatte ich mal eine Kundin die an ihrem Arbeitsplatz so unglücklich war, dass sie sich bei unserem Büro anmeldete für die Suche nach anderer Arbeit. Anfänglich wollte sie gar nicht, dass ich Kontakt zu ihrem Vorgesetzten aufnahm. Nach ein paar gute Gespräche, erhielt ich denn schliesslich doch ihre Erlaubnis. Da es an jede Geschichte zwei Seiten gibt, wollte ich auch die Seite der Arbeitgeber hören. Alles zusammengefasst, habe ich dann beide den Vorschlag gemacht, meine Kundin am Arbeitsplatz zu begleiten. Das heisst, erst mal ihr Verhalten zu beobachten und Kontakten zu ihre Kollegen zu knüpfen. Falls nach drei Monate keine Verbesserung eingetreten war, würden wir uns auf der Suche nach einen neuen Arbeitgeber begeben.
Der Vorgesetzte meiner Kundin war am Anfang sehr misstrauisch meine Arbeit gegenüber. Weil ich aber meine Kundin auf ihr Verhalten und die Kommentare Ihrer Kollegen ansprach und ihr Tipps zur Veränderung gab und die Kollegen noch mal über Hörbeeinträchtigung informiert hatte, zeigte sich langsam eine Verbesserung an. Alle haben die Begleitung ernst genommen und einiges geändert, meine Kundin voran. Nach einem halben Jahr wurde die Begleitung abgebaut und nach einem Jahr konnte ich mich sogar mit gutem Gefühl verabschieden.

Klar, meine Begleitung und die meiner Kollegen verlief nicht immer so vorbildlich, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass vielen Leben bereichert werden könnten, wenn auch hörbeeinträchtiges Arbeitspotential öfters benutzt wurde. Erst dann würde man recht gute Arbeit leisten.

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